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Ortsgeschichte Kollmar

Kollmar – Ein Marschendorf am Ufer der Elbe

 

 

Beiträge zur Ortsgeschichte

 

In diesem Teil der Webseite der Gemeinde Kollmar soll in Texten, Bildern und Filmen über die Geschichte unseres Ortes berichtet werden. Das Material wurde größtenteils vom Chronik-Kreis Kollmar zusammen getragen (siehe Menupunkt Inhalt des Chronik- Archivs Kollmar). Es war bereits Grundlage der Kollmarer Chronik, die 2002 unter dem Titel „Kollmar – Ein Marschendorf am Ufer der Elbe“ (Autor Helmut Trede, Herausgeber Gemeinde Kollmar) erschienen ist. Die Beiträge auf dieser Webseite ergänzen und vertiefen die darin behandelten Themen oder greifen neue auf.

 

Ein kurzer Abriss über die Kollmarer Geschichte

 

Die jetzige Gemeinde Kollmar entstand 1974 durch den Zusammenschluss der Gemeinden Groß-Kollmar (Bielenberg) und Klein-Kollmar, die 1867 aus den Gütern Groß- und Klein-Collmar hervorgegangen waren.


Erste Besiedlung hat vermutlich schon um 100-200 n.Chr. stattgefunden. Asvlet, eine altsächsische Siedlung, die um 1100 elbabwärts bei Steindeich vor der heutigen Deichlinie lag, ist das erste urkundlich erwähnte Kirchspiel auf dem heutigen Gemeindegebiet. Colmar, 1300 erstmals genannt, und Bielenberg (1360) gehörten zu diesem Kirchspiel. Asvlet wurde von den Fluten der Elbe verschlungen. Colmar wurde 1377 Pfarrei. Die heutige Kirche wurde 1448 errichtet.
1494 erwarb der Ritter Hans von Ahlefeldt vom dänischen König die Kirchspiele an der Elbe von Haseldorf bis „thom Collmar“. Durch Vererbung entstanden im Laufe der Jahrhunderte daraus mehrere Güter. 1626 fielen die hiesigen Gutsanteile durch Heirat an die Grafen Rantzau, die es 1716 in die Güter Groß- und Klein-Collmar aufteilten. Nach verschiedenen Besitzerwechseln wurden die adligen Güter 1862 an die eingesessenen Bauern K. von Drathen und A. Greve verkauft.

 

Mit dem deutsch-dänischen Krieg endete 1864 die Zugehörigkeit zu Dänemark und nach kurzer österreichischer Herrschaft entstanden dann 1867 die preußischen Gemeinden Groß-Kollmar und Klein-Kollmar.


Das Marschland wurde im 12. Jahrhundert durch holländische Siedler urbar gemacht. Um das Land, das tiefer liegt als das normale Tidehochwasser, vor Überschwemmung zu schützen, errichtete man erste Deiche. Zunächst schlossen sie kleine Gebiete ein. 1496 war die Deichline zur Elbe hin geschlossen. Bis 1825 kam es trotz vieler Deichverstärkungen immer wieder zu katastrophalen Deichbrüchen. Seitdem wurden die Schutzwälle rechtzeitig den Fluthöhen angepasst. Auch Entwässerungssysteme mussten geschaffen werden, um den Grundwasserspiegel auf einem Niveau zu halten, das die Bewirtschaftung des schweren Marschbodens erlaubt.


Aus der Entstehung heraus ist Kollmar landwirtschaftlich geprägt. Da in der vorindustriellen Zeit der Transport der erwirtschafteten Güter und des benötigten Materials zu Lande durch den tiefen Marschboden erschwert war, entwickelte sich, begünstigt durch die Lage an der Elbe, eine bedeutende hiesige Schifffahrt. Was im späten Mittelalter mit kleinen Plattbodenschiffen und Landeplätzen an den Entwässerungsschleusen begann, führte im 19. Jahrhundert zu einer stattlichen Flotte von kleinen und großen Frachtseglern. In Kollmar und Bielenberg wurden Häfen angelegt. Korn- und Baustoffhandel entwickelte sich. Im 20. Jahrhundert gab es einige Motorschiffe in Kollmar. Es entstanden Reedereien, die teilweise noch heute existieren. Die Häfen dienen aber nur noch dem Wassersport. (UB)

 

Quellen:

Kollmar – Ein Marschendorf am Ufer der Elbe, Helmut Trede, Husum-Verlag, 2002

Geschichte der holsteinischen Elbmarschen Bd.1 u. 2, Detlefsen, 1891, Nachdruck 1976, Verlag Bernd Schramm, Kiel

Die adligen Marschgüter Seestermühe, Groß- und Klein Collmar, P.F.C.Matthiessen, 1836, Nachdruck 1982, Verlag J.M.Groth, Elmshorn